Allergieberatungsservice Roswitha Stracke
Allergieberatungsservice                          Roswitha Stracke

Nickelallergie

 

 

Wird die Diagnose „Nickelallergie“ gestellt, denkt man direkt an Schmuck, Gürtelschnallen und edelstahlblitzende Haushaltsgegenstände.  Doch das ist nur ein kleiner Bereich, in dem Nickel eine Rolle spielen kann. Nickel führt weltweit die Hitliste der Kontaktallergene an. Bei etwa 15-20 Prozent der Frauen und 2-4 Prozent der Männer kommt es nach Kontakt mit nickelhaltigen Materialien zu Hautreaktionen. Ein nicht geringer Teil der Betroffenen reagiert aber auch auf nickelhaltige Lebensmittel – oft vergeht viel Zeit, bis die Betroffenen erfahren, dass sich Nickel auch hier verbergen kann.

Mich erreichen viele Anfragen zur Nickelallergie und ich  stelle immer wieder fest,  dass Betroffene von ihren Ärzten immer noch schlecht informiert werden bzw.  eine  mögliche Nickelallergie als abwegig bezeichnet wird. Das hängt sicher zum Teil von der mangelnden Testmöglichkeit ab. Das Kontaktallergen Nickel wird durch einen Hauttest entlarvt, Reaktionen auf Nickel in Lebensmitteln („orale Nickelallergie“) können allerdings zuverlässig nur durch eine genau definierte Karenz nachgewiesen werden. Leider wird oftmals eine Reaktion auf Nickel in Nahrungsmitteln verneint, wenn der Hauttest negativ ist, ein Irrtum, dem auch „Experten“ noch oft unterliegen.

Reaktionen auf Nickel sowohl als Kontaktekzem als auch in Nahrungsmitteln werden übrigens  nicht nur bei Erwachsenen,  sondern auch schon bei Säuglingen und Kleinkindern beobachtet und hängen auch mit der veränderten Lebensweise zusammen. Lassen Sie mich hier nur kurz die Ohrringe bei Kleinkindern erwähnen oder den Wahn,  schon Säuglinge mit Vollkorn, Müsli und kakaohaltigen Lebensmitteln zu ernähren. Auch birgt manche weltanschauliche Ernährungsweise ein Überangebot an nickelreichen Lebensmitteln,  so dass „Gesundes“ nicht immer gesund ist.

Dazu kursieren manchmal recht obskure Informationen und Empfehlungen zur Nickelallergie im Internet, die zusätzlich verunsichern. Oft ist nicht klar, von wem diese Empfehlungen kommen. Hat da jemand ein kommerzielles Interesse an Desinformation, um „Wunderpillen“ oder sogenannte Suggestivbehandlungen verkaufen zu können? Ist der Patient vom Arzt schlecht beraten und gibt diese „Weisheit“ guten Glaubens weiter?

Meine Erfahrung soll Ihnen helfen, den Alltag mit einer Nickelallergie zu bewältigen und wichtige Informationen immer auf dem neuesten Stand zu bekommen, um die Nickelallergie in ihrer Gesamtheit zu erfassen und sämtliche Ursachen und Erscheinungsformen seriös auszuleuchten. Denn eine Nickelallergie kommt ja nicht aus heiterem Himmel, oft sind andere Allergien bzw. Unverträglichkeiten Ursache oder Folge.

 

 

Unverträglichkeit nickelhaltiger Nahrungsmittel

Das Thema nickelarme Ernährung wird nach wie vor sehr kontrovers behandelt. Unbestritten ist, dass bei einer IgE-vermittelten- oder einer Kontaktallergie das auslösende Allergen gemieden werden muss. Doch wie sieht es bei einer Unverträglichkeit auf z.B. nickelreiche Bestandteile von Nahrungsmitteln (orale Nickelallergie) aus? Eine Unverträglichkeit ist i.d.R. nicht lebensbedrohend, deshalb wird sie auch von manchen Ärzten immer noch stiefmütterlich behandelt. Doch können die Beschwerden genauso gravierend sein wie bei einer „echten“ Allergie, so z.B. Organschäden als Folge der unbeachtet gebliebenen Unverträglichkeit (z.B. Niere, Leber, Darm, Nervenenden). Ein Grund für die mangelnde Information ist sicherlich, dass es noch keinen verbindlichen Test gibt, der diese Unverträglichkeit nachweist. Das kann nur durch eine genau abgesprochene, zeitlich begrenzte Karenz (= Verzicht) und die anschließende Provokation geschehen – eine mühevolle Methode, doch nur so ist eine (nahezu vollständige) Beschwerdefreiheit zu erreichen.

Ihr Arzt nimmt Ihre Beschwerden nicht ernst? Sie müssen bedenken, dass Ihr Arzt vielleicht vor vielen Jahren sein Studium beendet hat, da gehörten Nickelallergie und Ernährung womöglich noch nicht zu seinem Studieninhalt. Wenn man erst einmal eine Praxis hat, fehlt oft die Zeit für entsprechende Fortbildungen. Wer dann nicht über seinen eigenen Schatten springen kann und den Patienten auch mal an einen Kollegen oder sach- und fachkundigen Ernährungsberater verweist, der streitet vielleicht lieber eine Beteiligung von Nickel in der Ernährung ab als seine eigenen Grenzen darzulegen. Aber auch so manche Ernährungsempfehlung ideologisch/weltanschaulich geprägter Berater ist kritisch zu sehen. So wird momentan gern Buchweizen (191 µg) als Allheilmittel bei Nickel- bzw. Nahrungsmittelallergien angepriesen. Beim Blick auf den Nickelwert (und einem tatsächlichen Bedarf von höchstens 5 µg/Tag) lässt diese Empfehlung äußerst absurd erscheinen.

Sie wissen nicht, ob eine Karenz überhaupt Sinn macht? Fakt ist: Ohne Karenz (als Nachweis der Allergie) werden Sie nie eine Antwort auf diese Frage finden. Haben Sie eine Nickelkontaktallergie, sollte auf jeden Fall durch die Karenz überprüft werden, ob Nickel auch in Ihrer Ernährung eine Rolle spielt. Ohne nachgewiesene Kontaktallergie kann Ihnen eine Karenz helfen, Beschwerden zu eliminieren. Bei der Entscheidung sollte Ihnen Ihre Gesundheit wichtiger sein als die womöglich antiquierte Meinung Ihres Arztes (oder der uns angeborene „innere Schweinehund“). Eine Karenz muss einen Zeitraum von etwa 3 Monaten umfassen, denn bereits gespeichertes Nickel löst sich nur schwer aus dem Körper (Schweiß, Urin). Nach diesem Zeitraum muss eine wesentliche Besserung eingetreten sein, ansonsten ist Nickel nicht der (alleinige) Auslöser. Bleibt eine Besserung aus oder treten vereinzelte Symptome weiterhin auf, kann ein gezielter Allergietest eventuell andere Auslöser nachweisen.

Eine Folge der heutigen Ernährung

Im Falle einer Nickelsensibilisierung liegt meist eine Kombination aus Kontaktallergie oder Unverträglichkeit auf Nickelbestandteile in Nahrungsmitteln vor. Die Probleme mit Nickel in  unserer Ernährung haben im Laufe der letzten 20 Jahre enorm zugenommen, was größtenteils an der massiv geänderten Ernährungsweise liegt. Wurden nickelreiche Lebensmittel wie z.B. Kakao (Schokolade) oder Haselnüsse früher seltener verzehrt bzw. waren ein Saisonartikel, sind die Güter heute jederzeit verfügbar. Die heutige Nickelzufuhr überschreitet den täglichen Bedarf und kann in diesem Maße vom Körper nicht verarbeitet werden. Nickel ist ein Spurenelement, das aber für keine Interaktion des Körpers unbedingt notwendig ist. Nur eine verschwindend geringe Menge (ca. 5 µg/Tag) kann überhaupt vom  Körper angenommen bzw. verarbeitet werden. Es gibt deshalb auch keine „Nickelmangelkrankheit“. Eine für heutige Verhältnisse normale Ernährung führt dem Körper jedoch eine vielfache Menge an Nickel zu. Ernährt man sich z.B. bewusst mit naturbelassenen Lebensmitteln (Vollkorn, nicht enthülste Hülsenfrüchte, Nüsse etc.), können Werte von über 1000µg/Tag oder sogar pro Mahlzeit auftreten.

 

 

Aktuell

Das ZDF hat für das Format "WISO plus" einen Beitrag über Allergien und als Teilbeitrag speziell die Nickelallergie gedreht. Ich hatte das Glück und die Gelegenheit, in dem Beitrag mitwirken zu können. Der Beitrag zu Nickelallergie ist Teil einer Sendung, die am 26.1.2017 um 8.30 Uhr auf ZDF Info gelaufen ist. Eine ausführliche Reportage zur Nickelallergie wird aber noch als Sonderbeitrag bei WISO laufen (immer Montags um 19.30 Uhr). Achten Sie auf die Ankündigung bzw. schauen Sie gelegentlich in der entsprechenden Mediathek vorbei.

 

Am 24.4.2017 ist der ausführliche Beitrag zur Nickel(-Kontakt-)Allergie im ZDF (WISO) gelaufen. Weiterhin ist der Beitrag in der ZDF-Mediathek anzuschauen. Nickelallergiker finden viele Informationen (wenn auch nicht alle Themenbereiche angesprochen werden konnten und der Bereich NIckel in Nahrungsmitteln hier keine Verwendung fand) rund um das Kontaktallergen Nickel. Rückmeldungen sind erwünscht, auch um mein Beratungsangebot im diesem Bereich erweitern und optimieren zu können.

 

 

 

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Allergieberatung